The final countdown

12. Januar 2009

Wir wünschen Allen ¡Feliz Año Nuevo!

In Siebenmeilenstiefeln nähern wir uns dem Ende einer tollen und unvergesslichen Zeit in Barcelona. Seitdem 4.1 sind wir wieder vereint und machen auf den letzten Metern nochmal die Stadt unsicher. Direkt zu Beginn war die Aufregung sehr groß, weil Dominik gemeinschaftlich mit seiner WG noch umgezogen ist (auch wenn bereits alles fertig war). Obwohl wir jetzt nicht mehr direkt nebeneinander wohnen hat es sich doch gelohnt, da die Wohnung und somit auch sein Zimmer bedeutend größer ist.

Am nächsten Tag ließ ein sehr wichtiges katalanisches Ereignis nicht lange auf sich warten. “Die Ankunft der 3 heiligen Könige”. Mit dem Schiff kommen sie an und ziehen durch die Stadt, nehmen Wunschzettel der Kinder an und werden gefeiert. Abends gibt es dann einen großen Umzug, der ein bisschen an Karneval erinnert. Ein tolles Spektakel. Am nächsten Tag ist einer der wichtigsten Feiertage in Catalunya. Man beschenkt sich gegenseitig, wie die heiligen 3 Könige das Jesuskind. Es gibt auch einen speziellen Kuchen in den 2 Figuren eingebacken sind. Ein König und ein Bauer. Wer den Bauer erwischt muss den Kuchen zahlen, der König darf einen Tag in der Wohnung regieren.

Balthasar bei der Parade der 3 heiligen Könige die wahren Könige

Am Donnerstag läuteten dann auch wieder die Liceuglocken zum Unterricht. Es war schön alle neugewonnenen Freunde wiederzusehen. Da unsere Zeit wirklich knapp bemessen ist, haben wir begonnen uns eine Liste mit Stichpunkten zu machen, damit wir auch wirklich nichts vergessen. Einen Punkt der Liste konnten wir dann auch direkt abhaken. Wir waren nämlich bei einem Flamencokonzert – mit einem Wort:  Unbeschreiblich; und doch wollen wir probieren es euch zu schildern. Die kleine Bar war bis unter die Decke gefüllt. Wir konnten noch einen Platz am Boden direkt vor der Bühne ergattern. Das buntgemischte Publikum wartete gespannt auf ein junges Trio bestehend aus einem Sänger, einem Gitarristen und einem Cajon-Spieler. Bereits nach den ersten Tönen kochte die Bar. Die Leute klatschten mit und feuerten den Sänger mit kräftigen Zwischenrufen wie “Vale!” oder “Olé!” an. Eine tolle Atmosphere , wenn man sonst eher ein verhaltenes Publikum gewöhnt ist. Sie sangen von Liebe und Familie und das in so einer Intensität, dass manche Zuschauer sogar zu weinen begannen. Der Abend fand seinen Höhepunkt, als ein Tänzer die Bühne betrat und sich von der Musik des Trios tragen ließ und leidenschaftlich über die Bühne fegte. Keine Frage, das muss man gesehen haben.

Abende wie dieser hindern uns daran gedanklich schon wieder zurück zu sein. Denn unsere Heimreise ist sehr präsent. Wir suchen nach der besten Lösung wieder zurückzukommen, suchen eine Wohnung für Max, einen Proberaum für Dominik und versuchen uns einen Überblick von dem zu verschaffen,  was wir alles machen müssen, wenn wir wieder zurück sind. Dabei läuft man Gefahr das “Jetzt” ein bisschen zu vergessen.

Montjuic

Am Sonntag haben wir einen weiteren Punkt abhaken können. “Fahrt nach Montserrat, Besichtigung des Klosters und Bergwanderung” Mit dem Auto ging es Richtung Montserrat. Es war ein toller Sonnentag und nichts war mehr vom Winter zu spüren, der auch an Spanien nicht vorbeigezogen ist. Es kamen Erinnerungen hoch, als wir im Auto saßen und noch den letzten Sand aus Frankreich auf dem Boden im Kofferraum entdeckten. Schnell waren wir auf dem Berg Montserrat (übrigens Namensgeber für die berühmte Spanierin Montserrat Caballé, die auch am Liceu studierte). Nach einer kurzen Fahrt durch die Wolken parkten wir das Auto und uns erwartete ein Ausblick den wir so schnell nicht wieder vergessen werden. Wir blickten auf ein Wolkenmeer, die Sonne, den blauen Himmel, die schneebedeckten Pyrenäen, kurz gesagt die unendliche Weite der Natur. Mit einer 78 Jahre alten deutschen Seilbahn ging es dann nach ganz oben zum Kloster. Leider wird der Charme des Klosters ein bisschen vom Tourismus übermannt. Wir haben uns dennoch auf den Weg gemacht und eine Wanderung auf den Pilgerwegen gemacht. Am Gipfelkreuz erwartete uns eine ähnliche Aussicht wie schon zuvor. Tolle Momente, die sich leider nur schwer erzählen und fotografieren lassen. Nachdem wir dann noch die schwarze Madonna, eine heilige Marienfigur aus dem 9 Jahrhundert, besichtigt haben machten wir uns wieder auf dem Weg zurück nach Barcelona.

Ausblick vom Montjuic Montserrat JUHU - Freiheit

Die kommenden Tage sind alle gut durchgeplant damit wir auch alles schaffen, hier ein kleiner Überblick:

MO:  Haare Schneiden

DI: Erasmusparty

MI: Film gucken

FR:  Flamenco

SA:  Besichtigung des MNAC mit allen Austauschstudenten, Abschiedsessen mit allen Freunden bei Dominik

SO:  Besichtigung Palau de la musica, Glühwein mit Roman Gottwald (Arrangementdozent)

DI:  Abschlusskonzerte Dominik, Session Heliogabal mit Dominiks Schlagzeugdozent David Xirgu

MI:  Abschlusskonzerte von Max und Dominik

DO:  Abschlusskonzerte von Max – Abfahrt nach Deutschland

Ach ja…Jetzt hätten wie fast vergessen, dass wir ja auch noch nebenbei studieren ;-)

2 Antworten zu “The final countdown”

  1. Ella sagte

    was ein schoenes leben ihr doch in barcelona hattet. scheint eine der besten zeiten eures lebens gewesen zu sein! geniesst die letzten tage ohne schnee und eisige kaelte und habt eine sichere und gute fahrt nach hause (du hast immer noch sommerreifen drauf, was max)
    liebe gruesse und einen guten start in enschede, ella

  2. Marc sagte

    Genieß deine letzten zwei Tage. Bis bald in Berlin!

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