Es weihnachtete sehr…
30. Dezember 2008
Barcelona, Münster, Hagen, Köln, Salzburg – Die letzten zwei Wochen waren geprägt von Reiserei. Am 17.12 ging es für mich nach Deutschland. Als ich am Dortmunder Flughafen ankam hatte ich ernsthafte Probleme nicht am Boden fest zu frieren. Ich würde herzlichst von Lea und Tobias empfangen, bevor es nach Münster ging. Am nächsten Morgen hatte ich szenische Probe für das Stück “Der Messias” zusammen mit Marc. Alles lief super und unbeeindruckt von der vielen Zeit, die seit der letzten Vorstellung verstrichen war. Es war schön die Füße mal wieder ins Theater zu setzen. Abends war ich dann dirket in der “West Side Story”. Unsere Vorstellungen waren ein großer Erfolg und wir hatten viel Spaß. Es war toll das Scheinwerferlicht und das Publikum mal wieder aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Ein Ausflug in diesen Tagen ging auch nach Köln, um den neuen Familienzuwachs Alexander zu besuchen – ein sehr magisches Erlebnis. Gegen so einen kleinen Wurm wirke selbst ich groß :-) Am 24.12 ging es dann um 6 Uhr nach Salzburg. Zusammen mit einem Teil meiner Familie machten wir uns auf den Weg nach Österreich, um dort zusammen mit einem Teil meiner Verwandtschaft Weihnachten zu feiern.
In Seeham, einem kleinen österreichischen Dorf direkt am Obertrumer See traf ich einen Großteil meiner Familie. Dort verbrachten wir die nächsten Tage und hatten große Mühe unsere vollgefutterten Bäuche aus dem Bett, zum Tisch und wieder aufs Sofa zu befördern. Es war schön mit allen Weihnachten zu feiern und viel Zeit mit Ihnen zu verbringen. Auch wenn es wirklich A.-kalt war warteten wir vergebens auf Schnee.
Seit dem 28.12 bin ich wieder in Münster und genieße es gerade “nichts” zu tun. In den letzten Tagen musste ich immerwieder darüber nachdenken wie schade es ist, dass leider wenig Zeit blieb, um “in Ruhe” anzukommen. Ich musste von einem Leben direkt in das andere Leben schlüpfen. Vom Flughafen auf die Bühne. Wahrscheinlich ist das Professionalität; unbeeinflusst von Veränderung Leute zu begeistern. So wird es uns auch ergehen, wenn wir aus Barcelona wiederkommen. Freitags kommen wir wieder an und Montag geht es direkt in Enschede weiter.
Am 4.1 geht mein Flieger wieder nach Barcelona. Es war/ist toll meine Familie und alle meine Freunde wiederzusehen. Ich hab den Ausflug sehr genossen und wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2009. Euer Dominik
Barcelona – Berlin – Bic
11. Dezember 2008
Der Blog sieht zwar aus, als würde hier überhaupt nichts passieren, aber in Wirklichkeit überschlagen sich die Ereignisse. Hier also unsere Erlebnisse vom Wochenende!
Dominik: Die letzte Woche war sehr anstrengend. Ich musste am Donnerstag mit meiner zweiten Combo in der Masterclass spielen. Da wir nur selten zusammen im Liceu proben konnten mussten wir uns außerhalb des Unterrichts treffen – also: abends. Wir haben uns in der portugiesischen WG des Bassisten getroffen und bis in die Nacht die Nachbarn unterhalten. Am Donnerstag haben wir dann vor versammelter Mannschaft gespielt. Es hat viel Spaß gemacht und ist auch besser gelaufen als in der Woche davor.
Am Freitag hieß es dann früh aufstehen und ab zum Flughafen – um 10.15 Uhr ging mein Flieger nach Berlin. Ich war total aufgeregt und saß den Flug über grinsend auf meinem Platz. In Berlin gelandet habe ich dann noch ein bisschen Fremdenführer gespielt und meine Spanischkenntnisse an hilflosen Touristen getestet. “Nächster Halt: Schöneweide – ein seltsames Gefühl plötzlich wieder alles verstehen zu können… Hier wurde ich dann von David in Empfang genommen. Nach einer kurzen Wohnungsbesichtigung in der Dominicusstraße 26 (2 Jahre WG mit mir hinterlassen wohl doch Spuren) sind wir erstmal was essen gegangen, bevor ich dann mit ihm ins JIB (seine neue Hochschule) gefahren bin und dort direkt einige Studenten kennengelernt habe. Danach gings ins Berliner Ensemble, um dort Sabin zu treffen. Nach einer kleinen Verschnaufpause habe ich dann mit einem großen Kribbeln im Bauch Lea vom Bahnhof abgeholt. Zusammen mit Sabin waren wir was essen und sind dann buchstäblich ins Bett gefallen. Was für ein Tag :-)
Am Samstag haben wir dann auch Marc vom Bahnhof eingesammelt. Wieder vereint haben wir eine geheime Privatführung durch das BE gemacht um anschließend dann noch in die neue WG von Sabin und Marc zu fahren. Es ist doch bemerkenswert, was sich manchmal hinter hässlichen mokkafarbenen Türen verbergen kann. In Schale geworfen haben wir uns dann an der Spree noch ein Berliner Kindl gegönnt und dann sollte es endlich losgehen. Für Sabins Fangemeinde war gesorgt. Lutz Hübner, Robert Frank, seine Familie und wir konnten es uns nicht nehmen lassen diesen wichtigen Abend mit ihm zu erleben. Hauptrolle in “Frühlingserwachen” – Regie Claus Peymann, und das als Student! Ein toller Abend fand nach 3,5h und tosendem Applaus sein Ende. Wir haben natürlich noch lang gefeiert.
Am nächsten Morgen merkte ich wie schnell ein Wochenende vergehen kann. Schweren Herzens und mit vielen Gedanken und Eindrücken musste ich mich wieder verabschieden. Ein seltsamer Gedanke: Ich fliege jetzt nach Hause “Flight SX 4563 to Barcelona prepared for boarding”. Ein wundervolles Wochenende liegt hinter mir. Es war toll alle zu sehen, auch wenn die Zeit leider sehr kurz war. Nun beginnt die Zeit in der wir die verbleibenden Tage zählen können…
Max: Ich bin natürlich in Barcelona geblieben und hatte ein erlebnisreiches Wochenende. Freitag Mittag, nach der Uni, bin ich mit Katharina durch die Stadt nach Barceloneta gelaufen, weil so schönes Wetter war. Das Thermometer zeigte 20 Grad, und ich war im T-Shirt am Strand – am 5. Dezember! Abends war ich dann zu einem venezuelanischen Essen eingeladen, hab zum ersten Mal Muscheln gegessen, die waren sehr gut! Am nächsten Tag hab ich angefangen zu transkribieren, abends war ich dann in einer Gallerie und in einer Bar, wo Freunde aus dem Liceu mit ihrer Latin-Band gespielt haben. Am Sonntag war Museumstag, und wir wollten ins MNAC. Da waren wir auch, aber leider erst 10 Minuten vor schluss, wir hatten also nicht so viel Zeit und sind dann ins CCCB gegangen, wo wie die World Press Photo 2008-Ausstellung gesehen haben. Abends waren Dominik und ich wieder vereint und haben das mit einem leckeren Essen gefeiert.
Am Montag sind wir dann mit Katharina, Raffaela und Roman, unserem deutschen Arrangement-Dozenten, nach Vic gefahren, ein Ort nördlich von Barcelona und Schauplatz eines gigantischen mittelalterlichen Markts! Der Markt war total schön, unzählbar viele Stände, die dafür gesorgt haben, dass wir den gesamten Tag dort verbracht haben. Auf den Heimreise konnten wir dann erfahren, wie es sich anfühlt in einer Sardinenbüchse zu leben. Der Zug war dermaßen überfüllt, dass wir echte Probleme hatten überhaupt noch mitfahren zu können. “Glücklicherweise” konnten wir dann noch einen Lichtwinkel entdecken, in den wir uns dann reinquetschten. Gemütlich war es auf jedenfall. Bis dann irgendwann der fiese Köpergeruch unseres unmittelbaren Stehnachbarns im überhitzten Zug (die Scheiben waren beschlagen) sich dazu entschloss auch mal zu gucken, was so außerhalb der Poren geschieht. Es war wirklich bestialisch. Mit einem schmörigen Belag auf der Zunge sind wir dann nach gefühlten 3 Stunden wieder in Barcelona angekommen.
Hier seht ihr noch ein Paar Bilder aus dem Parc de Labyrinth – dem ältesten Park Barcelonas. Hier fanden auch die Dreharbeiten für den Film “Das Parfum” statt. Leider war das Labyrinth bereits etwas mitgenommen, aber ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Anschließend waren wir dann noch im Science-Museum. Ein enormer Gebäudekomplex mit vielen ausgefallenen Versuchsanlagen und einem Regenwald.
So langsam beginnt die Zeit des Verabschiedens. Wir werden die letzten Tage genießen, denn nach den Weihnachtsferien bleiben uns nur noch ein paar wenige Wochen!
Unverzichtbarkeiten
1. Dezember 2008
Hier mal einige Dinge, die für uns wirklich unverzichtbar (geworden) sind. Vielen Dank, dass es euch gibt!
- Skype
- Tiramisu und Vollkornbrot vom LIDL – ohne das Brot ginge es hier gar nicht!
- Filme auf dem Computer
- die Palmen mit den “grünen Tauben“: immer ein sommerliches Gefühl
- das Wetter: (fast) immer scheint die Sonne und der Himmel ist blau
- das leckere und günstige Eis vom Capabro
- die Offenheit der Menschen, so anders als in Deutschland!
- die Internationalität am Liceu
- unsere Füße, die machen wirklich so einiges mit
Und noch ein paar Dinge, auf die wir verzichten könnten:
- vor 10 Uhr aufstehen
- dass es so selten einen freien Raum mit Piano zum Üben gibt
- spätes Essen
- kaum Weihnachtsstimmung
- die vielen Autos und Mopeds, die die Luft verschmutzen


















