Oper, Zwiebel und Adrenalin

28. November 2008

Am letzten Samstag war Dominik mit seinen ComPis (Companeros de Piso) im Port Aventura, dem größten Freizeitpark in der Umgebung. Früh ging es los, und nach einer Stunde Zugfahrt waren sie in Tarragona. Es war tollstes Wetter für so einen Ausflug. Die erste Attraktion war die Weihnachtsdekoration und die altbekannten Weihnachtsschlager mit denen wir empfangen wurden. So sehr es auch probiert wurde: richtige Weihnachtsstimmung kam nicht auf. Stattdessen gab es gleich mal ein bisschen Adrenalin zum Frühstück. Alle 2 Jahre wird eine neue Attraktion gebaut, in diesem Fall ein blaues Monster, dass dich in von 0 auf 125 km/h in 3 Sekunden schleudert und dann auch nicht mehr langsamer wird. Noch ein kleiner Looping, ein bisschen Hin-und-her-Geschüttel und das wars schon. Da merkt man mal was in 30 Sekunden alles passieren kann. Danach waren alle wieder wach… Der Park ist sehr schön angelegt, von weitem sieht man die Berge um Barcelona, viele Grünflächen, und sogar passend zur Jahreszeit ein Weihnachtsmarkt und eine Schlittschuhlaufbahn – aber wie gesagt alles etwas unwirklich. Leider waren viele Attraktionen windbedingt geschlossen, was uns nicht aufgehalten hat den Tag in „China Town“, „Western City“ oder „Mediterranea“ zu verbringen und dann abends völlig erschöpft wieder anzukommen.

Am Montag waren wir dann mit Kathryn in der Oper (das erste Mal für Max), es gab „Le Nozze de Figaro“ für den vergünstigten Eintrittspreis von 12,75 €.  Wir hatten eingeschränkte Sicht, aber die 3 Stunden 45 Minuten gingen schnell rum, es war super! Es gab nicht nur alte schönheitsoperierte Damen im Pelzmantel, sondern auch normale Leute. Die 2292 Sitze waren auch alle besetzt wie wir glauben. Auf den Fotos könnt ihr einen Eindruck vom Opernhaus bekommen, das übrigens bei einem Brand zerstört wurde aber 1999 wiedereröffnet wurde.

Die ComPIS im Freizeitpark nAchterbahn Let It Snow

Bei einer unserer täglichen Metrofahrten (bis zu sechs Mal am Tag) haben wir zwei deutsche Mädels belauscht, die wohl auch Erasmus machen und sich über ihre WG beschwert haben. Das hat bei uns im Nachhinein für Lacher gesorgt, weil sich die beiden nämlich über den Geruch aus der Küche aufgeregt haben  („wenn die Franzosen um halb 11 nachts kochen“)… ein Mädchen hat sich sogar den Wecker gestellt, um das Fenster in der Küche aufzumachen und den „Gestank“ von gebratenen Zwiebeln am nächsten Morgen nicht mehr ertragen zu müssen. HAHA!

Das Gran Teatre Del Liceu Eine Szene aus der Oper Das Gran Teatre Del Liceu

Hinter uns liegt eine Liceu-geprägte Zeit. Wir verbringen eigentlich unsere Zeit nur noch im Liceu, proben, üben, man merkt gar nicht wie schnell die Stunden hier vergehen. Am Donnerstag war es soweit: Dominik hatte seine erste Combopräsentation vor der versammelten Studentenpolizei. Das ganze ist so eine Art Masterclass, bei der dann ein Dozent das ganze bewertet, auseinandernimmt und Tipps gibt. Auch wenn Dominik mit nötigem Respekt und Nervosität bei der Sache war, ist alles gut gelaufen. In 2 Wochen spielt er mit seiner zweiten Combo. Der Auftritt hat auch dafür gesorgt, dass Dominik am letzten Sonntag nach Sitges gefahren ist um dort die Stücke nochmal zu wiederholen. Es war schon irre, im Sonnenschein mit dem Zug am Meer entlang zu fahren, um zu proben.

Am letzten Wochenende hatten wir Besuch aus Hamburg. Marc, Dominiks Freund und Theaterkollege, hat ihn besucht. Es war eine tolle Zeit. Marc war mit dabei im Liceu, hat die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Barcelonas sowie das Nachtleben kennengelernt. Als Höhepunkt des Ganzen folgte dann noch die Probenphase für die Weihnachtskomödie „Der Messias“, die die beiden im Dezember im lutzhagen aufführen werden. Es war schon eine skurrile Situation und der ausgefallenste Probenort, den man sich nur denken kann. Eine Weihnachtskomödie am Strand, im T-Shirt bei Sonnenschein, Meer, 24°, und kurzen Einwürfen wie „Cerveza, Bier“, „Masahe?“, oder „Beautiful sunglasses my friend, good price!“.

Ansonsten sind wir einen Abend nur knapp einem Überfall entkommen. Drei Spanier hatten es auf uns abgesehen und versucht durch Ablenkungsmanöver an unsere Geldbörsen zu kommen. Jedoch erfolglos!

Dominik und Marc Das Kolumbus-Denkmal Abends beim Font Magica Bei der Probe am Strand Ein neues Outfit? Eine Weihnachtskomödie

Wir sprechen hiermit allen unser herzlichstes Mitleid aus! Heute erreichte uns von verschiedensten Seiten die Wettersituation in Deutschland. Da hat wohl jemand zu oft „Let it snow“ gesungen :)

November-Neuigkeiten

9. November 2008

Die Zeit vergeht wie im Laufschritt! Die wichtigeste Neuigkeit: Dominiks Bruder Patrick ist Vater geworden, und er damit Onkel. Der kleine Alexander hat am 27. Oktober um 13:36 Uhr das Licht der Welt in Köln erblickt. Ein tolles Gefühl, das die Sehnsucht nach der Familie und den Freunden wieder größer werden lässt.

Dominiks Wohnung ist immer noch im Umbau, es geht irgendwie nicht voran. Nach zwei Wochen im Staub reicht es langsam! Zwischendurch gab es kein Wasser, dann ging der Herd nicht, woraufhin Dominik für 3 Tage mit zu der Familie von Dani (seinem Mitbewohner) gezogen ist. Der Ort Corbera liegt 400m über dem  Meeresspiegel und es war schön, mal wieder frische Luft zu atmen. Im Winter gibt es dort sogar Schnee. Anonsten ist es hier nicht sonderlich novemberlich, ein Pullover reicht völlig. Umso komischer ist es, erste Weichnachtsbeleuchtungen zu sehen.

Alexander Conservatori Bei den Amerikanern Mittelalterlicher Ausflug Chaos mit Wall-E Flagge Catalunya Kathryn und Max, mit Dinosaurier

Gestern waren wir auf einen weiteren Trip mit den anderen Austauschstudenten vom Liceu und haben das mittelalterliche Barcelona besucht. Auch wenn wir diesmal bedeutend mehr verstehen konnten, haben wir wahrscheinlich viel spannende Sachen verpasst. Sehr interessant war es aber zu erfahren, dass die berühmte Rambla im Mittelalter außerhalb der Stadtmauern lag und ein Fluss war, der dazu diente, die Scheiße der Stadt ins Meer zu spülen. Heute sind die Ramblas eine der bekanntesten Einkaufstraßen Barcelonas die Touristen „transportiert“.  Sie werden zwar nicht ins Meer geschwemmt, aber beliebt ist die Straße bei Spaniern  trotzdem nicht. Die Flagge Catalunyas ist aus einer notdürftigen Situation entstanden. Viele verschiedene Völker kamen nach Catalunya und die Einwohner hatten Angst ihre Identität zu verlieren. Sie haben ein Symbol gesucht und mit dem Blut ihrer Feinde 4 Striche mit der Hand auf ein Tuch gezogen.

Ansonsten haben wir nicht so viel unternommen. Wir waren auf einigen Sessions, haben Filme geguckt, gegessen, geübt, geschlafen usw. Nächste Woche kommt Dominiks Freund Marc zu Besuch. Zusammen werden sie die Stadttour machen und für das Theaterstück „Der Messias“ proben, welches Marc und Dominik am 20./22.12 im Lutz in Hagen aufführen werden.

Als letzte kurze Info: es gibt drei neue Seiten! Wir haben wieder ein Paar Bilder für euch zusammengestellt, zu finden unter „Fotos: Best Of & Outtakes“. Außerdem gibt es jetzt eine Website von Dominik und eine Website von Max!

Zum Abschluss noch den Link zu einem Youtube-Video, in dem der Solo-Stil von Dominiks Schlagzeuglehrer David Xirgu verarscht wird, viel Spaß! Natürlich ist der Schlagzeuger in dem Video nicht David, sondern jemand anders. Und ganz zum Schluß das Foto, das in der Umfrage die meisten Stimmen gewonnen hat!

In der Ballettschule